Ein Flugbuch, das ist ein Heft mit verschiedenen Zeilen und Spalten, in das ein Pilot alle seine Flüge einträgt und damit die Anzahl seiner Flugstunden und Starts und Landungen festhält. Da trägt er ein, mit was für einem Flugzeugtyp er geflogen ist, auf welchem Flugplatz oder Flughafen er gestartet ist, und wo er wieder gelandet ist. Dann wird da noch eingetragen, ob der Flug bei Tag oder bei Nacht gemacht wurde, und ob der man während des Fluges nach Sicht, oder nach Instrumenten navigiert hat. Am Ende werden dann die ganzen Zahlen zusammen gerechnet, und dann weiß der Pilot, daß er zum Beispiel in seinem Leben schon dreitausendvierhunderteinundfünfzig Landungen gemacht hat und einhundertzwölf davon im Dunkeln. Und er kann nachvollziehen, daß er von seinen fünftausendvierhundertsiebenundzwanzig Flugstunden zweitausenddreihundertundelf Stunden lang im Instrumentenflug durch die Wolken geflogen ist.
Manche Piloten haben ein sehr großes Flugbuch, das, wenn sie es am Abend nach dem Flug auf den Tisch im Flugplatzrestaurant aufschlagen, kaum noch Platz ist für den Kellner, um das Essen zu servieren. Sie schreiben es sehr ordentlich und haben Freude daran, ihre wachsende Erfahrung für alle gut sichtbar, zu dokumentieren. Oft hat dieses Flugbuch einen Ledereinband, und vielleicht, wenn der Pilot genug Flugerfahrung gesammelt hat, riecht dieses dann auch ein bisschen nach Flugzeug.
Andere Piloten haben ein winziges Büchlein, so klein, daß man fast nicht darin schreiben kann. Witziger Weise ist das meistens bei den Piloten von sehr großen Verkehrsflugzeugen zu finden, denn das gibt es als Geschenk von der Pilotengewerkschaft.
Ich selber hatte lange Zeit gar kein Flugbuch. In meinem Schreibtisch hatte ich eine Schublade voller Zettel, auf denen ich die wichtigsten Daten meiner Flüge notiert hatte, und immer, wenn ich meine Hose in die Wäsche getan habe, habe ich dann eine Hand voll Zettel aus der Hosentasche in diese Schublade gesteckt. Dieser Akt der Auflehnung gegen die Bürokratie war einige Zeit lang sehr bequem und zeitsparend. Jedoch kam der Tag, an dem ich mich bei einer großen Fluglinie bewarb, und die wollten gerne mein Flugbuch sehen und wissen, wie oft ich schon im Dunklen gelandet bin, und wieviel Stunden ich schon durch Wolken geflogen bin. Ich verbrachte viel Zeit an meinem Schreibtisch, vermutlich zehn mal mehr, als es gedauert hätte, gleich von Anfang an ein ordentliches Flugbuch zu führen. Aber dafür kann ich nun immer diese amüsante Anekdote von meiner Schublade erzählen, wenn es gerade um das Thema Flugbücher geht.